Blut und Blutwerte

Blut ist das perfekte Transportsystem in unserem Körper. In etwa fünf bis sechs Liter davon zirkulieren unaufhörlich durch den Organismus und versorgen sämtliche Bereiche mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen. Doch unser Blut kann noch viel mehr: Es befördert Hormone als unverzichtbare Botenstoffe, die alle wesentlichen Körperfunktionen steuern. Um all diese Aufgaben erfüllen zu können, besteht unser „Lebenssaft“ aus unterschiedlichen Blutzellen und aus dem sogenannten Serum, in dem unter anderem Glukose, Elektrolyte, Cholesterin und Harnstoff gelöst sind. Untersucht man nun all diese Bestandteile und ihr Verhältnis zueinander, ist es möglich, daraus sehr genaue Erkenntnisse zum Gesundheitszustand der betreffenden Person zu erhalten.


Die drei Hauptbestandteile

Bei unseren Blutzellen lassen sich grob drei Gruppen unterscheiden. Als Erstes die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten. Sie haben die Aufgabe, den Sauerstoff von der Lunge in die Zellen bzw. anschließend das Kohlendioxid wieder zurückzuführen. Das Blut kommt zum Herzen, wird von der rechten Herzkammer in die Lunge gepumpt, dort wieder mit Sauerstoff angereichert und von der linken Herzkammer erneut in den Körper entsendet, während wir die „verbrauchte“ Luft ausatmen. Eine wichtige Rolle bei diesem Kreislauf ist ein Sauerstoff-Transport-Molekül, das aus Eisen aufgebaute Hämoglobin, welches auch gleichzeitig für die rote Farbe des Blutes verantwortlich ist.

Die zweite wichtige Gruppe sind die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil unserer Immunabwehr, indem sie körperfremde Strukturen erkennen und zur Bildung von Antikörpern führen. Makrophagen, die Fresszellen, nehmen sich Krankheitserregern sowie abgestorbener Zellen an und entsorgen sie. Bei allergischen Reaktionen hingegen wird eine andere Leukozytenart – die eosinophilen Zellen – aktiviert.

Als dritte Gruppe sind die Blutplättchen zu nennen. Diese Thrombozyten greifen beispielsweise ein, wenn ein Gefäß verletzt wird. Sie lassen das Blut gerinnen, verschließen die Wunde und bilden eine Kruste. Dieser Mechanismus kann leider auch gefährlich werden. Dann nämlich, wenn sich die Plättchen innerhalb von Venen oder Adern verklumpen, in der Blutbahn weitergeschwemmt werden und kleinere Gefäße verstopfen. Passiert dies bei einer Vene, spricht man von einer Thrombose, in der Lunge von einer Embolie, beim Herz von einem Infarkt und im Gehirn von einem Schlaganfall – also absolut lebensbedrohliche Ereignisse. Aus diesem Grund erhalten Risikopatienten, z. B. Diabetiker, Personen mit erhöhtem Cholesterinspiegel etc., prophylaktische Präparate, die verhindern, dass die Thrombozyten verklumpen.

Die Blutuntersuchung

Nicht nur bei Beschwerden oder bei Verdacht auf ernste Erkrankungen wird ein Blutbild gemacht. Die umfassende Analyse und Bewertung unseres Blutes ist ein fixer Bestandteil jeder Vorsorgeuntersuchung. Ihr behandelnder Arzt wird die wichtigsten Ergebnisse sicherlich ausführlich mit Ihnen besprechen, doch die Messwerte an sich sind für viele eine Liste von kryptischen Begriffen und Zahlen. Aus diesem Grund haben wir einige wesentliche Blutparameter und ihre Bedeutung übersichtlich für Sie zusammengefasst und führen dabei die aktuellen Referenzbereiche des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Gesundheit an.