Diäten

Die Festtage der vergangenen Wochen haben sicherlich bei einigen ihre Spuren hinterlassen. Köstlichkeiten da, eine süße Verführung dort, dazu vielleicht noch weniger Bewegung als sonst – der Schreck beim Schritt auf die Waage scheint zu Jahresbeginn praktisch vorprogrammiert. In unserem aktuellen Interview fragen wir deshalb Frau Mag. Rothauer, Rat & Tat Apothekerin aus Kirchdorf, welche Möglichkeiten es gibt, das eine oder andere Kilo wieder loszuwerden.

Frau Mag. Rothauer, gibt es eine Diät, die sich nach den Feiertagen besonders empfiehlt?

Ja, durchaus! Gerade wenn der Körper durch ein Übermaß an üppigen Speisen, Süßigkeiten und auch das eine oder andere Gläschen Alkohol übersäuert ist, kann das Basenfasten sehr hilfreich sein. Dabei stellt man die Ernährung für eine gewisse Zeit auf rein basische Lebensmittel um und verzichtet auf säurebildende.

Was sollte dabei nicht auf dem Speiseplan stehen?

Beim Basenfasten verzichtet man auf Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukte, Eier, Getreide, Brot, Gebäck, Nudeln, Süßigkeiten, Kaffee und Alkohol. Die erste Wahl sind Gemüse, Obst, Pilze, Samen und Kerne, wobei diese Art der Ernährung keinesfalls eintönig sein muss. Es gibt viele köstliche Rezepte für basische Suppen und Gerichte, die mit Kräutern verfeinert werden. Ganz wichtig bei dieser Diät: immer auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit achten! Optimal sind Mineralwässer ohne Kohlensäure oder ungesüßter Tee, aber kein Schwarztee.

Und für wen ist Basenfasten besonders geeignet? Diese Form des Fastens bringt den körpereigenen Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht und ist speziell für Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Gicht, Rheuma oder Morbus Crohn empfehlenswert.

Einen Begriff hört man in letzter Zeit immer wieder, wenn es ums Abnehmen geht: „Low Carb“. Worum handelt es sich dabei?

Früher hieß es immer „Kein Fett!“, heute wird eher auf Kohlenhydrate verzichtet. So gibt es z. B. die Atkins-Diät, welche diese komplett vom Teller entfernt, und eben die weitgehende Reduktion der Kohlenhydrate, die als „Low Carb“ bezeichnet wird. Sie ist mittlerweile zum Inbegriff einer neuen Ernährungsphilosophie geworden.

Was bringt diese Reduktion bzw. was bewirkt sie im Körper?

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie genial. Wenn wir Kohlenhydrate zu uns nehmen, steigt der Blutzuckerspiegel und Insulin wird ausgeschüttet. Dieser Botenstoff wiederum sorgt dafür, dass der Körper mehr Fett ansetzt und weniger davon abbaut. Hält man den Insulinspiegel durch den Verzicht auf Kohlenhydrate hingegen niedrig, forciert man den Abbau von Körperfett. Der Vorteil dabei: Diese Art der Diät wird von vielen Menschen als relativ einfach umzusetzen angesehen, da man nicht auf Fleisch oder Fisch verzichten muss. So ist es einfacher, nicht zu viel an Süßes zu denken.

Kann man sich bedenkenlos so ernähren?

Kurzzeitig auf alle Fälle. Problematisch kann dabei auf längere Sicht allerdings zum einen die verminderte Zufuhr von Gemüse und Milchprodukten werden, da der Körper zu wenig Mineralstoffe und Vitamine bekommt. Zum anderen setzt man mit Low Carb seine Nieren einer erhöhten Belastung aus. Um diese zu entlasten, gilt es also, unbedingt viel zu trinken! Ebenso wichtig ist es, auf die eigene Energiebilanz zu achten. Führt man nämlich zu viel davon mit der Ernährung zu, muss der Körper nicht auf seine Fettreserven zurückgreifen und der Effekt ist dahin.

Gibt es eigentlich auch Diätformen, wo man nicht auf bestimmte Dinge verzichten muss?

Ja, das Intervallfasten! Dabei handelt es sich um eine Methode, die im Prinzip bei unseren frühen Vorfahren vor vielen Tausend Jahren gang und gäbe war – gezwungenermaßen. Man hatte nicht 24 Stunden immer Nahrung zur Verfügung und aß zumeist nur einmal am Tag. Diese Einteilung macht sich das sogenannte Intervallfasten 16/8, auch intermittierendes Fasten genannt, zunutze. Dabei gilt: 16 Stunden auf Nahrung verzichten und in den verbleibenden 8 Stunden essen, was man will. Eine Diätform, die ganz einfach in den Alltag integriert werden kann und deshalb bereits viele Anhänger gefunden hat.

Wo liegen hier die konkreten Vorteile?

Zunächst einmal sind ein schnellerer Fettabbau, eine verbesserte Zellregeneration und eine Senkung der Blutzuckerwerte zu beobachten. Zudem wird durch den zeitweisen kompletten Verzicht auf Nahrung ein Prozess in Gang gesetzt, den man als Autophagie bezeichnet – eine Art Selbstverdauungsprogramm, das unsere Zellen reinigt und entgiftet. So bleiben sie gesund und leistungsfähig, weil sich der zelluläre Müll nicht in ihnen ablagern und ihre Funktionen beeinflussen kann. Wer intervallfastet nimmt also nicht nur ab, sondern tut dem Organismus zugleich etwas Gutes.

Ist das die einzige Diätform mit einer so langen Geschichte?

Nein, eine weitere evolutionsbeeinflusste Ernährungsweise findet mittlerweile ebenso immer mehr Anhänger: die Paleo-Diät. Sie wurde nicht umsonst nach der Altsteinzeit, dem (Paläolithikum, benannt und folgt einem ganz speziellen Ansatz: Die Ernährung von heute ist für uns Menschen keinesfalls „artgerecht“. Gegessen werden sollte nur, was auch unsere Urahnen als Jäger und Sammler zur Verfügung hatten.

Worauf muss man da verzichten? Weggelassen werden hier nicht nur Zucker, Getreide, Milch und Pflanzenfett, sondern auch alle Fertiggerichte und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Tabak. Auf den Teller kommen nur Fleisch, Fisch, Eier, Obst, Gemüse und Nüsse. Die Paleo-Diät ist im Prinzip perfekt für Personen mit Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz geeignet, erfordert aber naturgemäß enorme Disziplin und ist relativ kostenintensiv. Erfolgversprechend scheint sie allemal, da Zucker und Mehl komplett vom Speiseplan verbannt werden und eine eiweißreiche Ernährung zusätzlich beim Abnehmen hilft.

Haben Sie abschließend noch einen Tipp für uns?

Diese vier Diät-Formen stellen selbstverständlich nur einen kleinen Teil aller bekannten Möglichkeiten dar, sein Gewicht effektiv und nachhaltig zu reduzieren. Informationen zu diesen Arten sowie zu vielen weiteren Diäten erhalten Sie jederzeit bei uns in der Rat & Tat Apotheke. Hier finden Sie zudem ein breites Angebot an Spezialprodukten, die Ihnen das Abnehmen erleichtern bzw. Sie dabei unterstützen, selbst bei einem radikalen Verzicht rundum bestens versorgt zu sein. Damit zwar die Kilos purzeln, aber keinesfalls Gesundheit und Wohlbefinden!