Fieber

Unser Organismus besitzt eine Vielzahl von unterschiedlichen Möglichkeiten, gegen Krankheitserreger vorzugehen. Eine davon ist die Erhöhung der Körpertemperatur, um Bakterien und Viren zu schwächen, die am besten bei 36–37 Grad Celsius gedeihen können. Doch was passiert dabei genau und wann gilt es, zu handeln?

„Ich glaub, ich hab Fieber!“ Dieser Satz fällt fast immer, wenn man sich unwohl fühlt und die Stirn merklich heißer ist als sonst. Doch in den meisten Fällen handelt es sich eigentlich nur um erhöhte Temperatur, denn von Fieber spricht der Mediziner erst ab 38 °C. Die „normale“ Körpertemperatur schwankt übrigens zwischen 36,3 und 37,4 °C, alles darüber ist erhöht. Zur exakten Messung gibt es unterschiedliche Methoden bzw. Geräte vom alten Glasthermometer bis hin zum modernen Ohrmessgerät. Am genauesten, allerdings nicht jedermanns Sache, ist die rektale Messung mittels eines elektronischen Fieberthermometers. Misst man in Mund oder Achsel, können die Ergebnisse ungenauer sein. Ideal – vor allem für Kinder – sind sogenannte Ohrthermometer, die mithilfe eines Sensors die Temperatur des Trommelfelles in wenigen Sekunden ermitteln können. Allerdings kann es hier bei unsachgemäßer Anwendung zu Fehlmessungen kommen.

Wie entsteht Fieber?

Eine Körpertemperatur von über 38 °C hat ihre Ursache zumeist in einer Infektion, in den häufigsten Fällen im Bereich der Atem- oder Harnwege. Bekommt man hingegen während einer Fernreise hohes Fieber, können auch schwerwiegende Erkrankungen, wie z. B. Malaria, Typhus etc., dahinterstecken. Der Vorgang der Temperaturerhöhung läuft jedoch immer gleich ab. Der in unserem Zwischenhirn gelegene Hypothalamus ist praktisch der „Thermostat“ unseres Körpers. Dort stellt das Temperaturzentrum sicher, dass sämtliche inneren Organe stets eine konstante Kerntemperatur haben. Dieser Sollwert wird, etwa im Falle einer Infektion, durch Fieber auslösende Stoffe – sogenannte Pyrogene – erhöht. Die Folge: Die Körpertemperatur steigt an. Zudem können als typische Begleiterscheinungen Müdigkeit, erhöhte Puls- und Atemfrequenz, Muskel- und Gliederschmerzen, ein gesteigertes Durstgefühl und Schüttelfrost auftreten.

Fieber ­– was tun?

Liegt nur eine erhöhte Temperatur vor, ist dies eine natürliche Reaktion unseres Immunsystems, um die in den Körper eingedrungenen Krankheitserreger unschädlich zu machen. Deshalb sollten fiebersenkende Mittel erst ab 38,5 °C Fieber eingesetzt werden. Zur Verfügung stehen Ihnen hier etwa das klassische Aspirin sowie Paracetamol- oder Ibuprofen-Präparate. Sie helfen zwar dabei, das Fieber zu senken, allerdings tragen sie nicht direkt zur Heilung bei. Wichtig ist es auf alle Fälle, auch der tatsächlichen Ursache auf den Grund zu gehen. Am besten, Sie lassen sich in Ihrer Rat & Tat Apotheke eingehend beraten, um das für Sie geeignete Mittel zu finden. Steigt die Temperatur jedoch auf über 40 °C oder hält das Fieber länger als zwei bis drei Tage an, bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen! Besonders gefährlich kann es für Säuglinge und Kleinkinder werden. Hier besteht bereits ab 38,5 °C die Gefahr eines Fieberdeliriums oder eines Fieberkrampfes. Fiebersenkende Zäpfchen oder Säfte sind dabei zumeist die beste Wahl.

Tipps gegen Fieber Ist die Körpertemperatur deutlich erhöht, steigt durch das Schwitzen auch der Flüssigkeitsbedarf. Aus diesem Grund sollte man – selbst wenn einem gerade nicht danach ist – unbedingt viel trinken. Ideal sind dafür Tees, z. B. Pfefferminze, Linden- oder Holunderblüte, sowie Mineralwasser und Elektrolytgetränke. Als Hausmittel haben sich Wadenwickel mit nassen, kühlen Tüchern bewährt, die bereits nach wenigen Sekunden angenehm und wohltuend wirken. Die befeuchteten Tücher um die Unterschenkel legen, sodass sie gut anliegen, mit einem trockenen Tuch abdecken und nach 20 Minuten wieder abnehmen. Für Kleinkinder bitte nur 10 Minuten anwenden, da sonst die Gefahr besteht, dass sie zu sehr auskühlen. Eine weitere Form des Wickels sind die Essigsocken oder Essigpatschen, die ebenfalls das Fieber senken und so Erleichterung bringen. Dazu werden Baumwollsocken mit stark verdünnter Essigessenz getränkt (5 Esslöffel auf 1 Liter Wasser), stark ausgewrungen und angezogen. Ein paar trockene Socken drüberziehen und so lange anbehalten, bis das innere Paar trocken ist.

Am besten, Sie lassen sich im Fall des Falles ausführlich von Ihrem Arzt oder Ihren Rat & Tat Apothekerinnen und Apothekern beraten, welche Form der Fiebersenkung für Sie die zweckmäßigste ist. Ob mit klassischen und natürlichen Arzneien oder alternativ mit Homöopathie und Schüßlersalzen – in Ihrer Rat & Tat Apotheke hat man immer das passende Mittel für Sie!