Gesunder Darm

Er ist nicht nur unser größtes inneres Organ, sondern auch eines der wichtigsten. Unser Darm bildet das Zentrum des Körpers und hat eine unglaubliche Länge von acht Metern. Noch unglaublicher wird es, wenn man sich seine Fläche vor Augen führt. Inklusive seiner Ausstülpungen, den Darmzotten, ist er so groß wie zwei Tennisplätze.

Innere Werte

Auch wenn es im ersten Moment nicht besonders verlockend klingt, zahlt es sich unbedingt aus, einen genaueren Blick in den Darm zu werfen. Hier findet man viele kleine Helfer, ohne die eine normale Verdauung komplett unmöglich wäre – die Darmbakterien. Mehr als 500 unterschiedliche Arten sind dort anzutreffen, die gemeinsam das sogenannte Mikrobiom bilden, das für das Funktionieren des Darmes unerlässlich ist. Und dies spielt eine entscheidende Rolle, denn er muss schier Unglaubliches leisten. Oder hätten Sie gedacht, dass es mindestens 30 Tonnen an fester Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit sind, die der Darm insgesamt im Laufe eines Lebens verarbeiten muss?

Neben den Bakterien finden sich im Verdauungstrakt auch 100 Millionen Nervenzellen, also sogar mehr als in unserem Rückenmark. Nicht umsonst spricht man daher vom sogenannten Bauch-Hirn. Und was die wenigsten wissen: Im Darm werden ca. 20 Hormone gebildet, die zum Teil enorm wichtig sind, so z. B. das Glückshormon Serotonin und Melatonin, das unsere innere Uhr bzw. unseren Wach-Schlaf-Rhythmus steuert.

Die wesentlichen Funktionen

Die Hauptaufgabe unseres Darmes ist die Zerlegung der Nahrung in ihre Bestandteile, um die darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen zu können. Zudem ist er für die Produktion von Enzymen, Aminosäuren, Immunzellen sowie den Immunglobulinen verantwortlich, die als spezielle viren- und bakterientötende Eiweißstoffe einen unverzichtbaren Teil unserer körpereigenen Abwehr bilden. Rund 80 Prozent unseres Immunsystems sind also im Darm verankert, und so ist es keine Überraschung, dass ein gesunder Darm eine essenzielle Bedeutung dafür hat, ob wir uns fit fühlen.

Robust, und dennoch empfindlich

Selbst das leistungsstärkste Organ kann in Schwierigkeiten geraten. Dazu braucht es nicht unbedingt verdorbene Lebensmittel, auch eine langfristige falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind oftmals Ursachen von Darmproblemen. Körperlicher sowie psychischer Stress können auf Dauer zu Entzündungen führen, und Medikamente haben ebenso das Potenzial, die Darmgesundheit zu stören. Bestes Beispiel dafür sind Antibiotika. Diese wirken zwar bestens gegen Bakterien, unterscheiden allerdings nicht zwischen bakteriellen Krankheitserregern und den wichtigen Bakterien im Verdauungstrakt. Die Folge: Die gesunde Darmflora wird zerstört und es kommt zu Blähungen, Durchfall oder zu Verstopfung. Als weitere chronisch entzündliche Erkrankungen sind Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder das Reizdarmsyndrom zu nennen. Auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie oder Allergien können zu Beschwerden führen, die für Betroffene eine große Belastung darstellen.

Verstopfung

Ein besonders häufiges Problem, unter dem immer mehr Menschen leiden, ist die sogenannte Obstipation. Dabei sind aber nicht vorübergehende Schwierigkeiten auf dem stillen Örtchen gemeint, sondern längerfristige Beschwerden, also wenn man weniger als drei Mal pro Woche Stuhlgang hat und der Stuhl hart und klumpig ist. Manchmal kann schon die Änderung des Lebensstiles mit einer Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr eine Besserung bewirken. Stellt sich diese nicht ein, gibt es mehrere Möglichkeiten, um dem Darm kurzfristig auf die Sprünge zu helfen.

Hilfe durch Laxanzien

Wenn die erwähnten Maßnahmen nicht die erwünschte Wirkung bringen, können Abführmittel helfen. Diese sollten ohne ärztliche Beratung allerdings keinesfalls eine dauerhafte Lösung sein.

Es gibt mehrere Arten von Laxanzien, die sich grundlegend unterscheiden. Die osmotisch wirksamen Abführmittel binden das Wasser im Darm und sorgen dafür, dass der Stuhl weich und gleitfähig bleibt. Dazu gehören z. B. Glaubersalz, Bittersalz, Lactulose oder Macrogol. Wassertreibende Präparate mit Bisacodyl, Natriumpicosulfat oder Anthrachinone aus Sennesblättern oder Faulbaumrinde bewirken ein vermehrtes Einströmen von Wasser in den Darm. Während diese Mittel oral eingenommen werden, können auch Zäpfchen Linderung bringen. Diese bilden Gase, Kohlendioxid wird freigesetzt und das Stuhlvolumen vergrößert sich. Dadurch steigt der Druck auf die Darmwand, was wiederum den Weitertransport stimuliert.

Hält die Verstopfung allerdings länger an, tritt sie akut auf oder sind Gewichtsverlust bzw. Blut im Stuhl zu beobachten, bitte sofort zum Arzt!

Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker helfen Ihnen bei der richtigen Wahl des für Sie passenden Laxans oder anderen Anliegen zu Verdauungsbeschwerden und der optimalen Ernährung gerne weiter.