Grippeimpfung? – Grippeimpfung!

Fast 300 Jahre ist es her, dass der erste erfolgreiche Versuch einer Immunisierung stattfand. Von der 1721 angewandten Methode gegen Pocken war es allerdings ein sehr weiter Weg bis zu den modernen Entwicklungen der Gegenwart. Mithilfe von Impfungen ist es mittlerweile gelungen, viele Krankheiten zu besiegen, die früher unzählige Menschen dahingerafft haben.

Ein wandlungsfähiges Virus

Die Grippe ist kein Phänomen unserer Zeit. Ihre Erreger existieren bereits seit Urzeiten und führen in regelmäßigen Abständen immer wieder zu einem gehäuften Auftreten von Erkrankungen. Wie gefährlich diese Grippewellen sind, hängt immer vom weitergegebenen Virenstamm und von der körperlichen Konstitution des Einzelnen ab. So gibt es auf jeden Fall Personengruppen, für die eine Impfung absolut sinnvoll ist. Doch dazu später mehr.

Grippe oder grippaler Infekt?

„Ich hab die Grippe.“ ist eine viel gebrauchte Aussage, die in den meisten Fällen  zum Glück nicht zutrifft. Hier liegt fast immer ein grippaler Infekt vor, der zwar mit ähnlichen, aber viel schwächeren Symptomen einhergeht. Auslöser der banalen Erkältung sind, wie auch bei der Influenza, Viren – im Gegensatz zur echten Grippe steigert sich die Erkrankung jedoch langsam und wird nur selten von Fieber begleitet. Bei der echten Grippe hingegen kommt es zu einem plötzlichen und starken Einsatz der Symptome mit hohem Fieber über 38,5 Grad Celsius. Man leidet unter starken Hals- und Gliederschmerzen, ist bis zu zwei Wochen extrem geschwächt und ans Bett gefesselt. Während bakterielle Infektionen mit Antibiotika zumeist schnell in den Griff zu bekommen sind, nützen diese bei Grippe und grippalen Infekten hingegen leider nichts!

Die Grippesaison 2018/19

Eine Prognose für die kommende Grippezeit abzugeben, ist immer schwierig. Doch sehen wir uns einmal den Verlauf im letzten Jahr bzw. heuer an. Die ersten Influenza-Fälle traten bereits Anfang November auf, zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionen kam es allerdings erst im Dezember und Jänner. Deshalb wurde die Grippewelle offiziell erst am 30.01.2019 ausgerufen und in der ersten Aprilwoche wieder für beendet erklärt. Laut der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden im Laufe dieser Zeit 1.373 Todesfälle registriert, die mit der Erkrankung in Verbindung standen. Von einer stärkeren Erkältung kann also wahrlich nicht die Rede sein …

Die Grippeimpfung

Jahr für Jahr ermittelt die Weltgesundheitsorganisation, welche Viren aktuell im Umlauf sind. Anhand dieser Informationen werden spezielle Impfstoffe (Dreifach- oder Vierfachimpfstoffe) für die kommende Grippesaison entwickelt. Das größte Problem dabei ist jedoch, dass alle Viren sich stetig weiterentwickeln bzw. verändern. Somit kann es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben, wirklich alle Virenstämme abzudecken. Dennoch nützt eine Impfung in jedem Fall etwas, denn erkrankt eine geimpfte Person dennoch an Grippe, verläuft die Erkrankung ungleich milder und kürzer sowie mit weniger Komplikationen, die unter Umständen einen Krankenhausaufenthalt nötig machen würden.

Was, wie und wann?

Bei uns in Österreich gibt es jedes Jahr Grippeimpfstoffe von unterschiedlichen Herstellern. Für Erwachsene kommen intramuskuläre Injektionen zum Einsatz, für Kinder bis zum 18. Lebensjahr kann man auch auf ein Nasenspray zur Immunisierung zurückgreifen. Der Impfschutz ist bereits zwei Wochen nach der Impfung gegeben. Idealerweise lässt man sich bereits im Oktober, als rechtzeitig vor den ersten Grippefällen, impfen, aber auch später ist es durchaus sinnvoll, da die Saison bis zum März andauern kann.

Wer sollte sich impfen lassen?

- Ältere Menschen ab 60 Jahre, da ihr Immunsystem schwächer ist. - Chronisch Kranke wie Diabetiker, Asthmatiker, Patienten mit Herzkrankheiten oder COPD.

- Personen mit geschwächtem Immunsystem oder solche, die regelmäßig Cortison einnehmen.

- Im Gesundheitswesen Tätige (Apotheker, Ärzte, Krankenhaus- und Pflegeheimpersonal etc.)

- Menschen, die mit vielen anderen in Kontakt kommen (Lehrer, Kindergartenpädagogen, Betreuer, Militär etc.)

- Personen, die in dauerndem Kontakt mit nicht geimpften Menschen (Schwerkranke, Kleinstkinder) stehen.

Jeder muss für sich entscheiden, ob eine Impfung gegen die echte Grippe sinnvoll ist. Ein gesunder Erwachsener sollte über ein ausreichend starkes Immunsystem verfügen, um mit den Viren bzw. der Erkrankung selbst fertigzuwerden. Für die erwähnten Personengruppen hingehen ist die Prophylaxe jedoch sehr zu empfehlen, um mögliche Komplikationen, wie z. B. eine Lungenentzündung, zu vermeiden. Informieren Sie sich doch einfach ausführlich in Ihrer Rat & Tat Apotheke zu diesem Thema und lassen sich dort umfassend dazu beraten!