Haarpflege nach dem Sommer

Während wir in der schönsten Zeit des Jahres ganz besonders auf unsere Haut achten, führen unsere Haare diesbezüglich eher ein Stiefmütterchendasein. Eine Kopfbedeckung und das Ausspülen nach dem Bad im Meer müssen vielfach reichen. Dass dem aber gar nicht so ist und unsere Haare eigentlich einer umfangreichen Pflege bedürften, erläutert uns Frau Mag. Zöchling, Rat & Tat Apothekerin aus St.Pölten, in einem persönlichen Gespräch.

Frau Mag. Hirschmann, achten wir prinzipiell viel zu wenig auf unsere Haare?

Das kann man allgemein so nicht sagen. Viele Menschen pflegen sie ja regelmäßig, z. B. mit Spülungen, Conditionern oder anderen Pflegeprodukten. In puncto Sonne allerdings wird ihnen in den meisten Fällen etwas zu wenig Aufmerksamkeit zuteil. Während unsere Haut uns umgehend zeigt, dass sie zu viel Sonne bekommen hat, ihr Feuchtigkeit fehlt oder sonst etwas nicht stimmt, reagieren die Haare erst nach ein paar Tagen oder Wochen.

Wie sieht eine solche Reaktion aus?

Die Haare sehen glanzlos aus und werden spröde bzw. brüchig. Hier ist dann intensive Pflege erforderlich, die eigentlich bereits vorab notwendig gewesen wäre, um sie gar nicht erst so stark zu strapazieren. Empfehlenswert – davor und danach – ist eine spezielle Kosmetik für die Haare, die man in unterschiedlichsten Formen erhält. So gibt es Haarkuren, Masken, Packungen und Lotionen, welche mit natürlichen Inhaltsstoffen den „haarigen“ Anforderungen optimal gerecht werden.

Welche Pflanzen bzw. Wirkstoffe haben sich dabei bewährt?

Als hervorragender Feuchtigkeitsspender sind zunächst einmal Weizenkeime und Pantothensäure, die auch als Vitamin B5 bekannt ist, zu nennen. Zur Reparatur bestens geeignet ist Avocado, Huflattich und Malve beruhigen. Um die Struktur des Haares zu glätten und es zu reparieren, empfiehlt sich Ei-Öl, während Kamille-Amaranth das Haar aufbaut und die Kopfhaut beruhigt. Man kann also aus einer Vielzahl von Produkten für den jeweiligen Anwendungszweck wählen.

Ei, Kamille … gibt es noch weitere Tipps aus der Natur? Selbstverständlich! Wie überall haben sich über die Jahrhunderte auch einige ganz einfache Möglichkeiten zur Unterstützung von beanspruchtem Haar bewährt. Ei etwa eignet sich ganz besonders gut für stumpfes Haar. Je nach Dichte und Länge zwei bis vier Eier verquirlen und ins Haar einmassieren, anschließend mit Shampoo auswaschen. Das macht die Haare weich und glänzend. Hinsichtlich Glanz und Volumen zeigt auch Bier seine Vorteile. Wäscht man die Haare damit, bleiben minimale Reste von Hopfen und Gerste im Haar, die zu diesem glänzenden Ergebnis führen. Ein wenig vorsichtig sollte man mit Olivenöl sein. Es ist zwar perfekt bei trockenem Haar und trockener Kopfhaut geeignet, erwischt man aber zu viel, können die Haare schnell fettig und strähnig aussehen.

Zurück zu den Belastungen im Sommer, was schadet unseren Haaren am meisten?

Da sind vor allem die Faktoren Sonne, Chlor und Meersalz zu nennen. Diese Einflüsse nehmen unser Haar am stärksten mit. Eine lange und intensive Sonneneinstrahlung führt zu einer Veränderung des Keratins in den Haaren. Sie werden brüchig, verlieren an Elastizität, Sprungkraft und Glanz. Ebenfalls problematisch ist das meist im Pool oder im Schwimmbad anzutreffende Chlor. Es bildet Luftbläschen im Haar, die wiederum das Keratin herauslösen. Die Folge: Das Haar bricht oder spaltet sich. Ein mechanischer Abrieb hingegen entsteht durch das Meersalz. Nach dem Schwimmen verdunstet es und hinterlässt in den Haaren sowie auf der Kopfhaut Salzkristalle, die beides austrocknet und beeinträchtigt. Das Haar wird geschwächt und verliert seine Sprungkraft, die Haut ist gereizt, gerötet und juckt.

Kann man neben den bereits genannten Dingen, wie Pflegeprodukten oder Naturkuren, sonst noch etwas tun?

Ja, es ist möglich, die Haare von innen heraus zu unterstützen. Einige Nährstoffe können dazu beitragen, ihre Struktur sowie die der Haut und unserer Nägel zu verbessern. Dazu zählt beispielsweise Biotin, das auch als Vitamin H bezeichnet wird. Es ist zwar in vielen Nahrungsmitteln vorhanden, allerdings nur in geringen Mengen. Eine wesentliche Rolle im Cystein-Stoffwechsel – die wichtigste Aminosäure für den Haaraufbau – spielt Zink, und Vitamin C fördert die Kollagenbildung bzw. schützt, wie auch OPC, unsere Zellen vor oxidativem Stress. Wenn es um die Zellteilung, also die Bildung von neuen Haarzellen, geht, helfen Vitamin B1 und B5, das zusätzlich die Hautregeneration beschleunigt. Viele dieser wertvollen Substanzen gibt es übrigens in einer fein abgestimmten Zusammensetzung als Eigenprodukt der Rat & Tat Apotheken: ApoLife 2 Haut, Haar, Nägel. Ebenso günstig wirken sich Silizium aus Kieselerde, Goldhirse, Eisen, Kupfer, Selen sowie ungesättigte Fettsäuren (Nachtkerzenöl, Borretschöl, Arganöl) aus.

Auch bei den Schüßlersalzen findet man einige, die auf die Gesundheit von Haut und Haaren einen positiven Einfluss haben. Nr. 1 Calcium fluoratum D 12 kräftigt das Haar, Nr. 11 Silicea D 6 regt den Haarwuchs an und gibt mehr Glanz, Nr. 21 Zincum chloratum D 6 unterstützt die Regeneration von Haut- oder Haarzellen und ist überdies hilfreich bei schlecht heilenden Wunden.

Zu guter Letzt … wie sieht es eigentlich mit der Haarpflege und den Mondphasen aus?

Tja, der Mond! Er hat doch wirklich etwas Mystisches und Geheimnisvolles an sich….auch die Wissenschaft forscht, wie viel Einfluss der Mond tatsächlich auf den Menschen hat … Erfahrungswerte gibt es inzwischen jede Menge, und Literatur und diverse Kalender geben Tipps zum richtigen Zeitpunkt – auch für die Haarpflege.