Hepatitis

Diesen Namen hört man immer wieder in Zusammenhang mit Gelbsucht, Urlaub oder Impfungen. Doch was verbirgt sich hinter dem Wort, das vom griechischen hepar (= Leber) abgeleitet ist und als Überbegriff für Leberentzündungen unterschiedlichster Ursache steht?

Auslöser und Symptome

Die häufigste Ursache einer Hepatitis ist eine Virusinfektion, aber auch Leberverfettung und alkoholische Fettleber können zur Entzündung unseres zentralen Stoffwechselorgans führen. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer massiven Schädigung der Leberzellen und einer Störung der allgemeinen Funktion. Das in der Leber produzierte Bilirubin wird nur noch ungenügend ausgeschieden und reichert sich im Blut, in der Haut und im Urin an. Die daraus resultierende typische Gelbfärbung von Haut und Augen gab der Hepatitis ihren umgangssprachlichen Namen: Gelbsucht, die in den meisten Fällen zum Vorschein kommt. Weitere Symptome sind Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit und erhöhte Leberwerte.

Von A bis E

Die Formen der Leberentzündung werden – wie die jeweiligen Auslöser – mit den ersten fünf Buchstaben des Alphabetes gekennzeichnet. Theoretisch gibt es zwar auch F und G, die allerdings noch Gegenstand der Forschung sind und deren eigenständiges Vorkommen nach wie vor nicht belegt werden konnte. Die Folgen einer Hepatitis können ganz unterschiedlich sein. So heilen etwa Hepatitis A und E durchwegs von selbst aus, während bei den anderen die Gefahr besteht einen chronischen Verlauf zu entwickeln, was in 5 % der B- sowie in 70 % der C- und D-Fälle ein großes Risiko darstellt.

Hepatitis A und E

Diese beiden Formen der Leberentzündung sind die eher „harmlosen“ Vertreter ihrer Art. Sie werden etwa durch verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel sowie aufgrund von fehlender Hygiene übertragen. Deshalb vor allem im Urlaub stets besondere Vorsicht walten lassen! Gesunde Erwachsene überstehen die Erkrankung mit diesen Erregern zumeist innerhalb von wenigen Wochen und sind anschließend ein Leben lang dagegen immun. Bei Hepatitis E gibt es allerdings eine Ausnahme: Für Schwangere nimmt diese Infektion in 20 % der Fälle leider einen schwereren Verlauf mit dem Risiko für eine Fehlgeburt oder unter Umständen sogar einem tödlichen Ausgang für die Mutter selbst. Deshalb sollten gerade werdende Mütter unbedingt auf den Konsum von rohem oder nicht vollständig durchgegartem Fleisch verzichten!

Hepatitis B, C, und D

Die Ansteckung mit diesen Viren erfolgt ausschließlich durch Geschlechtsverkehr sowie über den Blutweg, etwa durch verunreinigte bzw. nicht ausreichend desinfizierte Geräte beim Tätowieren oder Piercen. Alleine in Österreich geht man von bis zu 40.000 Menschen aus, die an der gefährlichsten Form – Hepatitis C – leiden, in Europa sind es über 10 Millionen. Dabei merken die Betroffenen in den meisten Fällen gar nicht, dass sie die Krankheit in sich tragen, da chronische Hepatitiden (wie die Mehrzahl richtig lautet) oft komplett ohne oder nur mit relativ unscheinbaren Symptomen verlaufen. Allerdings sterben auch rund 25 % aller chronisch Erkrankten im Laufe der Jahre daran, weil das Risiko, eine Leberzirrhose oder Leberkrebs zu entwickeln, durch die permanente Entzündung des Organs kontinuierlich steigt. An Hepatitis D kann übrigens nur erkranken, wer bereits an Hepatitis B leidet. Ist man dagegen geschützt, können einem auch die Viren der D-Gruppe nichts anhaben. Und ein Schutz zahlt sich aus, sind doch weltweit an die 350 Millionen von dieser Virusinfektion betroffen und bei einem Drittel der gesamten Weltbevölkerung Antikörper (nach überwundener Erkrankung) nachweisbar.

Die Schutzimpfung

Derzeit ist eine Prophylaxe nur gegen die Formen A und B möglich, wobei eine Impfung gegen Hepatitis B zugleich auch vor einer Infektion mit Hepatitis D schützt. In Österreich gehört die Immunisierung gegen Hepatitis-B-Viren fix zum kostenlosen Impfprogramm. Das betreffende Serum ist Teil des 6-fach-Impfstoffes und kommt im 3. Lebensmonat sowie zwei und sechs Monate später zur Anwendung. Im Alter von zehn Jahren gibt es eine weitere kostenlose Auffrischung, um eine möglichst hohe Durchimpfungsrate zu gewährleisten. Aufgrund des geringeren Risikos und des zumeist leichten Verlaufes ist die dreiteilige Impfung gegen Hepatitis A nicht im kostenfreien Kinderschutzimpfprogramm enthalten, sie wird jedoch für Kinder vor dem Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen empfohlen.

Persönliche Vorbeugung

Um eine Ansteckung in fernen Ländern zu verhindern, sollte man stets auf die bestmögliche Hygiene achten. Regelmäßiges Händewaschen oder ein Mittel zur Handdesinfektion sind ebenso unverzichtbar wie die Faustregel „Koch es, schäl es oder lass es!“ Genießen Sie nur durchgegarte Speisen, essen Sie nur geschältes Obst und lassen Sie Eiswürfel am besten weg. Man weiß nie, ob hier nicht normales Leitungswasser verwendet wurde. Zum Schutz gegen das Hepatitis-C-Virus ist es hingegen nötig, weitreichendere Vorsichtsmaßnahmen anzudenken. Kondome beim Geschlechtsverkehr sowie Handschuhe beim Kontakt mit Blut oder Blutprodukten sind ein Muss!

Wenn Sie mehr über das Thema „Hepatitis“, zu den verschiedenen Arten der Erkrankung, den Möglichkeiten einer Prophylaxe und der Therapie im Krankheitsfall wissen möchten, können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker wenden. Sie können Ihnen zudem noch viele nützliche Informationen dazu geben, welche Präparate – von Mikronährstoffen über pflanzliche Arzneimittel bis hin zu alternativen Wegen – dazu geeignet sind, eine gesunde Leberfunktion zu unterstützen.