Sodbrennen

Die Engländer nennen es „Herzbrennen“ („Heartburn“), die Franzosen „Verbrennung des Magens“ („Brûlures d'estomac“) und die Spanier sagen einfach „Magensäure“ („Acidez de estómago“) dazu. Doch wie kommt es zu diesem Symptomkomplex aus flauem Gefühl, saurem Aufstoßen und brennenden Schmerzen, der fast jeden Zehnten täglich heimsucht?


Die Magensäure ist schuld

Auch wenn wir es nur selten spüren – das Milieu in unserem Magen ist relativ unfreundlich. Das muss so sein, um eine optimale Verdauung zu gewährleisten und gefährliche Bakterien abzutöten. Ist allerdings in übermäßiger Menge Magensäure vorhanden, kann sie zurück durch die Speiseröhre fließen (deshalb auch der lateinische Name „Reflux“ = „Rückfluss“) und so zu den typischen Beschwerden führen. Die Ursachen für Sodbrennen sind vielfältig. So können zu große Nahrungsmengen oder nicht ausreichend gekaute Nahrung ebenso Gründe sein wie reizende Lebensmittel (Alkohol, fettes, süßes, scharfes und saures Essen), Medikamente (z. B. Kortison, Schmerzmittel), Nikotin oder psychosoziale Faktoren wie Stress und Depressionen.

Wie entsteht Reflux?

Nehmen wir große Mengen oder unzerkaute Nahrung auf, kann es zu einer Überproduktion von Magensäure und zu einer übermäßigen Dehnung des Magens kommen. Dies führt dazu, dass der Schließmuskel nicht mehr komplett dichtet und die Flüssigkeit in die Speiseröhre zurückfließt. Diese ist allerdings nicht mit einer säurestabilen Schleimhaut ausgekleidet und kann dadurch Schaden erleiden. Gerade bei kontinuierlichen Beschwerden ist unbehandelt die Entstehung von Wunden, Geschwüren oder sogar Speiseröhrenkrebs möglich.

Natürlich vorbeugen

Es gibt viele Optionen, um Sodbrennen entgegenzuwirken. Dazu gehört z. B., auf das eigene Gewicht zu achten. Übergewicht ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung dieser Beschwerden, und schon kleine Rituale können auf Dauer bei der Kiloreduktion helfen. Nehmen Sie aus einer Packung Kekse bewusst nur ein paar heraus, anstatt die Schachtel neben die Fernbedienung zu legen! Schauen Sie auf den Fettgehalt der Lebensmittel! Mit einem Kipferl statt des fetten Croissants in der Früh oder Schinken anstelle von Salami und Extrawurst auf dem Jausenbrot sparen Sie jeden Tag ein paar Kalorien, ohne es zu merken.

Sauer macht lustig, aber nicht den Magen!

Wie überall sind Extreme nie optimal. Sehr saure oder scharf gewürzte Speisen können die Schleimhaut der Speiseröhre ebenfalls reizen. Also am besten grundsätzlich an Essig und Chili sparen bzw. ausreichend verdünnen. Doch auch Süßes oder Fettes kann den Magen beleidigen. Pommes, Schnitzel oder Mehlspeisen sollten eher die Ausnahme denn die Regel sein – und das gilt ebenso für Alkohol und Nikotin. Weniger ist auch beim Kaffee mehr, Tees schmecken nicht nur hervorragend, sondern haben z. T. eine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung (Käsepappel, Kamille, Pfefferminze, Melisse, Schafgarbe, Süßholzwurzel). Ein weiterer Tipp für Reflux-Geplagte: Nach dem Essen nicht gleich hinlegen, sondern aufrecht sitzen, und in der Nacht ein dickes Kopfpolster verwenden, damit die Magensäure dort bleibt, wo sie eigentlich hingehört.

Hilfe aus der Apotheke

Wenn die Beschwerden nicht laufend auftreten – in diesem Fall bitte unbedingt zum Arzt! –, sondern nur sporadisch, gibt es in Ihrer Rat & Tat Apotheke rezeptfreie Präparate, um Sodbrennen wirksam zu begegnen. Antazida neutralisieren die Magensäure ebenso wie Basenpulver aus basischen Mineralsalzen, und sogenannte Gelbildner (z. B. Alginate) erzeugen eine Gelschicht auf dem Mageninhalt, sodass nichts mehr in die Speiseröhre vordringen kann. Ebenfalls bewährt haben sich pflanzliche Produkte, wie etwa mit Enzymen der Papayafrucht, die Magenbeschwerden lindern können. Falls sich Ihre Beschwerden dadurch nicht bessern oder über einen längeren Zeitraum bestehen, sollten Sie das unbedingt ärztlich abklären lassen. Unter Umständen ist ein spezielles Medikament nötig, das die Produktion der Magensäure unterbindet, damit sich die Magenschleimhaut erholen bzw. wieder neu bilden kann.

Für alle weiteren Fragen zu Sodbrennen oder Reflux wenden Sie sich bitte an Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker. Sie können Ihnen mit kompetenter Beratung und wirkungsvollen Produkten hier jederzeit weiterhelfen.