Stoffwechselunterschiede, Frau – Mann – Kind

Der Begriff „Gendermedizin“ hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Gab es früher fast ausschließlich eine Arznei für eine Therapie und Kinder bekamen halt eine geringere Dosis, hat sich die Wissenschaft hier komplett gewandelt. Mittlerweile weiß man um die Unterschiede im Stoffwechsel bei Frauen, Männern und Kindern, die für die optimale Auswahl von Heilpräparaten von größter Wichtigkeit sind.

Was heißt eigentlich „Gendermedizin“?

Das englische Wort „Gender“ heißt „Geschlecht“ und bedeutet, dass nicht jede Medizin, die für „Ihn“ passt, auch für „Sie“ genauso wirksam ist. Ja, teilweise können dieselben Präparate aufgrund von Anatomie und Stoffwechselunterschieden sogar ganz andere Wirkungen mit sich bringen. Ein großes Problem dabei: Europäische Medikamente werden vor ihrer Markteinführung hauptsächlich an Männern getestet und können bei Frauen z. B. zu stark bzw. nicht stark genug sein oder unerwünschte Reaktionen hervorrufen.

Wesentliche Unterschiede

Dass die Aufnahme und Wirksamkeit von Arzneimitteln geschlechtsspezifisch unterschiedlich ist, hat mehrere Gründe. Zum einen haben Männer zumeist ein höheres Gewicht, aber einen niedrigeren Körperfettanteil als Frauen. Zum anderen ist das Hormonsystem nicht vergleichbar, nicht nur aufgrund der verschiedenen Hormone, sondern auch wegen der naturbedingten starken Schwankungen im weiblichen Organismus. Besonders deutlich zeigen sich die Differenzen bei der Medikamenteneinnahme. Arzneistoffe bleiben bei Frauen um ein Drittel länger im Magen, werden langsamer aus der Leber abtransportiert und zudem weniger von den Nieren gefiltert. Auch das weibliche Gehirn wird stärker durchblutet, was allerdings nicht nur Vorteile hat, denn Frauen sind dadurch schmerzempfindlicher.

Ein gutes Beispiel: Aspirin

Dieses Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirkt durch seine blutgerinnungshemmenden Eigenschaften auch präventiv gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während es jedoch „Sie“ nur vor Schlaganfällen schützt, senkt es bei „Ihm“ sowohl das Schlaganfall- als auch das Herzinfarktrisiko. Apropos „Herzinfarkt“ – hier besteht je nach Geschlecht ein deutlicher Unterschied bei den Symptomen. Bei Männern wird in den meisten Fällen ein ausstrahlender Druckschmerz, gepaart mit Todesangst, beobachtet, bei Frauen hingegen zeigen sich eher Bauchschmerzen, Schweißausbrüche und Übelkeit mit Erbrechen.

Wie Krankheiten verlaufen

Immer wieder wird festgestellt, dass bei identischen Beschwerden für beide Geschlechter unterschiedliche Diagnosen gestellt werden. So liegen bei Männern mehr organische Ursachen vor, während man bei Frauen häufiger psychosomatische Auslöser findet. Mit ein Grund, warum ihnen 70 % aller Antidepressiva verschrieben werden. Ebenso interessant: Osteoporose startet beim Mann durchschnittlich 10 Jahre später, jedoch bringt das vermehrt anzutreffende Bauchfett – der „Waschbärbauch“ – mehr Gefahren mit sich als das weibliche „Hüftgold“. Nicht nur deshalb leben Frauen länger, denn sie achten prinzipiell mehr auf ihre Gesundheit und verfügen über ein besseres Immunsystem, das mehr Abwehrzellen produziert.

Ein eigenes Kapitel – Kinder!

Dass zwischen Frau und Mann enorme Unterschiede bestehen, haben wir nun ausführlich erläutert. Doch wie sieht es bei den Jüngsten aus? Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, und so muss auch die Gabe von Medikamenten genau überlegt sein. Einfach eine reduzierte Dosis zu verabreichen, kann schwerwiegende Folgen, wie unerwartete Nebenwirkungen oder Probleme bei der Ausscheidung bzw. im Stoffwechsel, haben. Nehmen wir als Beispiel wieder das bereits genannte Aspirin. Früher war es sogar als „Kinder-Aspirin“ erhältlich, doch heute weiß man, dass Acetylsalicylsäure keinesfalls vor dem 12. Lebensjahr verabreicht werden sollte. Bei Schmerzen, Fieber sowie bestimmten Infektionskrankheiten gibt es mittlerweile viele Medikamente für Kinder, die in ihrer Dosierung und Wirkstoffkombination perfekt auf den jungen Organismus abgestimmt sind. Wenn es allerdings um seltenere Erkrankungen geht, sind die Präparate leider eher dünn gesät.

Hautpflege für Kleine

Auch dabei gilt: Kinder- bzw. Babyhaut braucht eine besondere Pflege. In jungen Jahren hat die Körperoberfläche z. B. noch keine schützende Pigmentschicht und benötigt besonders in der Sonne spezielle Sorgfalt. Die Haut von Säuglingen ist sogar fünfmal dünner als die von Erwachsenen und verfügt noch nicht über einen vollständigen Säureschutzmantel. Keime und Umwelteinflüsse stellen deshalb eine echte Gefahr dar. Auch die Talgdrüsen sind bei den Kleinsten noch nicht entwickelt und produzieren deshalb zu wenig Fett. Die Folge: trockene Babyhaut! Am besten fragen Sie in Ihrer Rat & Tat Apotheke nach Produkten zur Hautpflege Ihres Lieblings und verbinden das Eincremen mit wertvollen Streicheleinheiten und Massagen, die gleichzeitig die Durchblutung sowie die Widerstandskraft steigern.

Sie sehen, wie wichtig es ist, auf kindgerechte Arzneien und Pflege zu achten. Doch es gibt noch viele weitere Dinge, die es zu bedenken gilt. So können etwa ätherische Öle, wie Menthol oder Kampfer, die in vielen Erkältungssalben enthalten sind, bei Babys zu lebensbedrohlichen Atemproblemen führen. Gehen Sie also hier und in allen anderen Bereichen auf Nummer sicher und lassen Sie sich von Ihren Rat & Tat Apothekerinnen und Apothekern ausführlich zu geeigneten Produkten und Medikamenten für Babys, Kinder, Frauen und Männer beraten!