Toxoplasmose

Es gibt Krankheiten, deren Namen bereits einige Informationen über den Erreger in sich bergen. So auch die Toxoplasmose, welche aus den altgriechischen Begriffen „tóxon“ (= Bogen) und „plásma“ (= Gebilde) zusammengesetzt ist. Und genauso sehen die „Toxoplasma gondii“ genannten Parasiten auch aus: kleine, gebogene Gebilde. Sie sind übrigens eng mit den Malaria-Erregern verwandt, wobei die Infektion jedoch häufig ohne Symptome verläuft. Man nimmt an, dass weltweit rund 50 % aller Menschen unter 50 Jahren bereits von dieser Krankheit betroffen waren, bei den über 50-Jährigen geht man sogar von 70 % aus.

Ansteckungswege

Die Toxoplasmose wird fast ausschließlich vom Tier auf den Menschen übertragen. Die Hauptwirte dabei sind zumeist infizierte Katzen, die den Erreger in einer frühen Entwicklungsphase mit dem Kot ausscheiden. Dieser kann nun entweder direkt über den Kontakt mit kontaminiertem Erdreich, etwa bei der Gartenarbeit, oder auch durch den Verzehr von Gemüse oder Salat aufgenommen werden. Am häufigsten jedoch gelangen die Parasiten über das rohe Fleisch von Schlachttieren, deren Futter durch Katzenkot verunreinigt wurde, in den menschlichen Körper. Deshalb ist es z. B. ganz wichtig, für das Schneiden von Fleisch und Gemüse unterschiedliche Schneidbretter und Messer zu verwenden.

Gefährlich oder nicht?

Das kommt leider ganz darauf an. Gesunde Kinder und Erwachsene haben im Prinzip bei einer Erkrankung nichts zu befürchten. Die Infektion verläuft bei gesunden Personen mit intaktem Immunsystem zumeist komplett ohne Symptome. Nur selten treten leichte Beschwerden, wie erhöhte Temperatur, eine Lymphknotenschwellung im Halsbereich, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen, auf. So muss der Infizierte in der Regel bei einem günstigen Krankheitsverlauf gar nicht behandelt werden und die Erkrankung heilt von selbst aus.

Ganz anders stellt sich die Situation hingegen bei Frauen dar, die während oder kurz nach der Schwangerschaft zum ersten Mal mit dem Erreger in Kontakt kommen. Hier kann es nämlich im Fall einer Infektion zu weitreichenden Folgen kommen. Das Immunsystem ist nach der Geburt noch überhaupt nicht ausgebildet und der Säugling komplett auf die durch die Muttermilch aufgenommenen Antikörper angewiesen. So können sich unter Umständen Entzündungsherde ausbilden und zu Lungen- oder Hirnhautentzündungen oder Lähmungserscheinungen des Neugeborenen führen. Wird die Infektion im Verlauf der Schwangerschaft diagnostiziert, heißt es, umgehend zu handeln. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto geringer ist das Risiko für eine Schädigung des Kindes.

Schwangerschaft und Katzen

Wenn Sie als Katzenbesitzerin planen, ein Kind zu bekommen – oder erfahren, dass Sie schwanger sind –, bitte nicht sofort die Katze aus dem Haus jagen! Es gibt zum einen wirksame Vorsichtsmaßnahmen und zum anderen liegt die Chance, dass Sie sich bereits früher mit dem Erreger infiziert haben und demnach immun sind, bei fast 50 Prozent. Am besten, Sie lassen Ihr Blut auf diesbezügliche Antikörper testen und gehen so auf Nummer sicher.

Weitere Tipps

Nicht nur Schwangere, sondern eigentlich auch alle anderen, sollten prinzipiell einige Dinge beachten, um dem Toxoplasmose-Erreger aus dem Weg zu gehen:

- Nach der Garten- oder Feldarbeit bzw. dem Kontakt mit Erde immer Hände waschen. - Katzentoilette nur mit Einmalhandschuhen reinigen.

- Die Katze nicht mit rohem Fleisch füttern und nach Möglichkeit weder ins Freie gehen, noch draußen jagen lassen. - Nach engem Kontakt mit der Katze stets die Hände waschen, um Schmierinfektionen auszuschließen.

- Ebenso selbst kein rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch (Tatar, blutiges Steak, Carpaccio) verzehren.

- Bodennah wachsende Früchte und rohes Gemüse immer gründlich waschen.

Wenn Sie Fragen zu Toxoplasmose oder auch anderen wichtigen Schwangerschaftsthemen haben, können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an Ihre Rat & Tat Apothekerinnen wenden. Sie helfen Ihnen gerne mit umfassenden Informationen und persönlicher Beratung weiter.