Unterschied Fieber und erhöhte Temperatur

Eine wirkungsvolle Maßnahme unseres Immunsystems ist es, die Körpertemperatur zu erhöhen, um gegen Erreger vorzugehen. So wirkt sich bereits ein Anstieg auf 38,5 °C enorm auf die Krankheitskeime aus, zudem arbeitet unser Immunsystem bei Fieber noch effizienter.

Was ist normal?

Unsere Körpertemperatur variiert im Laufe eines Tages oder bei Frauen auch während des Zyklus. Ein Umstand, der sogar helfen kann, fruchtbare Tage zu erkennen (Basaltemperatur). Doch wie werden normale und erhöhte Temperatur, Fieber und hohes Fieber eigentlich unterschieden? Folgende Werte sind laut Österreichischer Apothekerkammer definiert:

Normaltemperatur                             36 bis 36,9 °C

Erhöhte Temperatur                          37 bis 37,9 °C

Fieber                                                   ab 38 °C

Hohes Fieber (Kinder)                      ab 40 °C

Hohes Fieber (Erwachsene)           ab 39 °C

Diese Werte sind auf die Messung im After (rektal) bezogen. Sie liefert die genauesten Ergebnisse, man kann aber auch unter der Zunge (oral), in der Scheide (vaginal), im Bereich der Leiste oder unter der Achsel (axillar) messen. Zu beachten ist, dass die Temperatur dabei abweichen kann. Bei der Messung im Mund müssen 0,3 °C, bei Ohr und Achsel 0,5 °C addiert werden. 37,5 °C unter der Achsel sind demnach 38 °C rektal und damit schon Fieber!

Viele Wege zum Messziel

Es gibt verschiedene Fieberthermometer, um die Körpertemperatur zu ermitteln. Die Vorgaben sind genormt, so muss die Genauigkeit +/- 0,1 °C betragen, der Messbereich von 36 °C bis 44 °C reichen sowie die Maximaltemperatur festgehalten werden.

Das bekannteste Gerät ist das analoge Glasfieberthermometer, das leicht zu reinigen und besonders hygienisch ist. In früherer Zeit enthielt es Quecksilber, das sich in einer Kapillare ausdehnte und die Grade anzeigte. Ein Glasdorn riss den Quecksilberfaden beim Sinken der Temperatur ab, wodurch der Maximalwert weiterhin abgelesen werden konnte. Neuere Thermometer enthalten kein Quecksilber mehr, sondern nur noch eine ungiftige Flüssigkeit!

Mittlerweile erfreuen sich digitale Fieberthermometer immer größerer Beliebtheit, welche die Temperatur mittels Sensor erfassen und ein akustisches Signal ertönen lassen, sobald die Maximaltemperatur erreicht ist und nicht mehr weiter ansteigt. Die Genauigkeit dieser Fieberthermometer hängt maßgeblich vom Sensor, dem tolerierten Toleranzbereich sowie der exakten Einstellung des 37 °C-Punktes ab. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie nur geprüfte Geräte verwenden, die Sie z. B. in Ihrer Rat & Tat Apotheke erhalten.

Die schnellste Möglichkeit zur Fiebermessung bieten digitale Ohrthermometer sowie Infrarot-Stirnthermometer, wie sie jetzt in Coronazeiten zum Einsatz kommen. Diese messen die vom Trommelfell bzw. von der Stirn ausgehende Infrarotstrahlung, welche durch eine Linse auf einen Sensor übertragen und in einen Temperaturwert umgewandelt wird. Der Vorteil liegt in der kurzen Messdauer und in der Kontaktlosigkeit. Somit ist die Stirnmessung ideal für groß angelegte Testungen und Stichproben bei einem möglichen Infektionsverdacht.

Achtung, Gefahr!

Auch wenn Fieber der Selbstverteidigung des Körpers dient, sind die Begleiterscheinungen alles andere als angenehm. Es kann zu Schweißausbrüchen, Schüttelfrost, beschleunigter Atmung, schnellem Puls, Appetitlosigkeit und starkem Durstgefühl kommen. Zudem ist hohes Fieber eine Belastung für den Kreislauf! So können Schwindel, Verwirrtheit und Wahrnehmungsstörungen auftreten, bei sehr hohem Fieber sogar Bewusstseins- und Sinnestrübungen sowie gefährliche Hirnkrämpfe – das sogenannte Fieber-Delir. Über 40 °C beginnen sich körpereigene Eiweiße in ihrer Struktur zu verändern. Die mögliche Folge: Organ- und Gewebeschäden. Und steigt das Fieber über 42,6 °C, wird es lebensbedrohlich!

Die Ursachen von Fieber

Zumeist ist Fieber ein Zeichen dafür, dass unser Immunsystem gegen Eindringlinge kämpft. Das können Bakterien oder Viren sein, die zu einer Erkältung oder Grippe führen, Keime, welche Mittelohr-, Blasen- oder Lungenentzündung auslösen, aber auch lokale Infektionen oder Abszesse, Erkrankungen von Bindegewebe und Nervensystem, rheumatische Erkrankungen, Allergien, Blutvergiftung, Tumoren oder exotische Krankheiten (Malaria etc.). Überdies ist es möglich, dass Medikamente, Giftstoffe oder die Überhitzung des Körpers (Hitzschlag) zu Fieber führen. Bei rund 10 bis 25 Prozent bleibt die Ursache jedoch ungeklärt.

Was tun bei Fieber?

In erster Linie braucht man viel Ruhe. Bei hohem Fieber, aber nur ohne Schüttelfrost und mit warmen Füßen, hilft ein altes Hausmittel: Wadenwickel. Dazu Baumwolltücher mit kaltem Wasser tränken, auswringen und um die Waden wickeln. Nach fünf Minuten wiederholen. Temperatur stets kontrollieren, damit sie nicht so schnell abfällt, was den Kreislauf belasten würde. Besonders wichtig bei Fieber: viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Tees – für jedes Grad über 37 °C bis zu einem Liter Flüssigkeit zusätzlich.

Nachdem Fieber ja eigentlich eine sinnvolle Funktion erfüllt, sollten fiebersenkende Medikamente, etwa mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol, erst eingenommen werden, wenn die Temperatur über 38,5 °C steigt. Ist die Ursache eine bakterielle Infektion, kann der Arzt Antibiotika verschreiben, wodurch die Temperatur zumeist schnell zurückgeht. Ebenso sollte man ärztlichen Rat einholen, wenn das Fieber rasch auf über 39 °C klettert oder es länger als zwei bis drei Tage andauert, denn unter Umständen können auch gefährliche Krankheiten, wie etwa eine Gehirnhautentzündung, der drastisch erhöhten Temperatur zugrunde liegen.

Egal, ob Sie ein hochwertiges Fieberthermometer benötigen oder Fragen zu Fieber allgemein haben – wenden Sie sich mit Ihren Anliegen einfach an Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker. Sie helfen Ihnen gerne jederzeit mit geprüften Geräten, kompetenten Informationen und persönlicher Beratung weiter.