Zucker und seine Alternativen

Er ist im wahrsten Sinn des Wortes in (fast) aller Munde – Zucker. Das süße, kristalline Lebensmittel wird aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen und chemisch als Saccharose bezeichnet. Er ist in vielen Produkten vorhanden und macht z. B. bei Softdrinks vielfach einen Großteil des Inhaltes aus. Der Trend jedoch geht mehr zu kalorienreduzierten Köstlichkeiten, bei denen Zucker vermehrt durch Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe ersetzt wird, um die Konsumenten mit immer neuen „Light“-Erzeugnissen zu verführen.

Was passiert bei der Zuckeraufnahme?

Ob wir ihn als weißes Pulver, unraffinierten Rohr- und Kandiszucker oder in Form von Lebensmitteln, die Saccharose enthalten, zu uns nehmen, ist unserem Organismus relativ egal. Er spaltet den Zucker durch verschiedene Enzyme zuerst einmal in Fructose (Fruchtzucker) und Glukose (Traubenzucker) auf. Nicht nur Sportler wissen, dass letzterer ein schneller Energielieferant für Muskeln, Leber und Gehirn ist. Ein körpereigenes Hormon – das Insulin – sorgt nun dafür, dass der Zucker in die Zellen aufgenommen und dort gespeichert wird, damit er im Bedarfsfall zur Verfügung steht und verbraucht werden kann. Problematisch wird es erst dann, wenn wir zu viel Zucker konsumieren. Dann nämlich wird die gespeicherte Energie zu Fett umgewandelt, was wiederum die Entstehung von Bluthochdruck, Arteriosklerose oder Diabetes begünstigt. Und auch wenn es vor allem Kinder gar nicht gerne hören: Zucker fördert die Karies-Entstehung.

Süße Alternativen

Es gibt viele Lebens- und auch Arzneimittel, die ohne etwas Süße eher unangenehm schmecken würden. Was lag also näher, als nach Ersatzstoffen zu suchen, die dem Zucker geschmackstechnisch ähnlich sind, aber die bereits erwähnten negativen Eigenschaften ausschließen. So hat man bis heute eine Vielzahl von Ersatzstoffen entwickelt, die in Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe unterteilt werden. Diese beiden Gruppen möchten wir heute etwas näher beleuchten, damit Sie beim nächsten Blick auf das Etikett eines Produktes genau wissen, worum es sich bei den süßen Inhaltsstoffen handelt.

Süßstoffe

Hierbei handelt es sich um natürliche oder chemische Zuckerersatzstoffe, die intensiv süß schmecken. Sie besitzen eine bis zu 10.000fache(!) Süßkraft, aber keinen oder nur geringen Nährwert, verursachen keine Karies und werden vom Körper ganz bzw. weitgehend unverändert wieder ausgeschieden. Bekannte Beispiele für Süßstoffe sind Saccharin, Cyclamat, Aspartam oder das pflanzliche Stevia. Sie sind für Diabetiker oder Diäten geeignet und werden oft auch gemischt, um den gewünschten Geschmack zu erreichen. Hier ein kurzer Überblick zu den gebräuchlichsten Süßstoffen in Lebensmitteln:

Süßstoff

Vergleich Zucker

Besonderheiten

tgl. Höchstmenge

Saccharin (E 954)

450–550x süßer

erster industriell hergestellter Süßstoff, in größerer Menge bitter und metallisch

2,5 mg pro kg Körpergewicht

Acesulfam (E 950)

200x süßer

kalorienfrei, wird unverändert ausgeschieden, in größerer Menge metallisch

9 mg pro kg Körpergewicht

Aspartam

(E 951)

180x süßer

zum Kochen & Backen nicht geeignet, Vorsicht bei Phenylketonurie!

40 mg pro kg Körpergewicht

Sucralose (E 955)

500x süßer

schmeckt natürlich, ist gut wasserlöslich und besitzt eine hohe Stabilität

15 mg pro kg Körpergewicht

Zuckeraustauschstoffe

Sie sind – im Gegensatz zu Süßstoffen – Kohlenhydrate, die allerdings vom Organismus insulinunabhängig verwertet werden. Somit können sie von Diabetikern statt Zucker eingesetzt werden. Ihre Süßkraft beträgt etwa 40–70 % von normalem Haushaltszucker, allerdings nur bei halbem Kaloriengehalt. Sie sind überdies zahnfreundlich und werden dadurch vielfach in Kaugummis eingesetzt.

Der bekannteste Vertreter hierbei ist Xylit (E 967), das z. B. auch in homöopathischen Globuli Verwendung findet. Weitere Beispiele für Zuckeraustauschstoffe sind Sorbit (E 420), Mannit (E 421) und Isomalt (E 953). Allerdings können diese Zuckeraustauschstoffe anfangs oder bei empfindlichen Personen zu Blähungen oder Durchfall führen sowie bei übermäßigem Verzehr abführend wirken, da sie unverändert in den Dickdarm gelangen und dort vermehrt Wasser binden.

Es gibt also viele Möglichkeiten, normalen Zucker durch Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe zu ersetzen. Bei Interesse lohnt es sich, auf die Packung zu schauen und anhand der angegebenen E-Nummern zu eruieren, was genau in diesem oder jenem Produkt enthalten ist. Weitere Informationen sowie Antworten auf Ihre Fragen zu Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen erhalten Sie wie immer in Ihrer Rat & Tat Apotheke.